Gender Mainstreaming als EU-Ziel

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Doch gerade aufgrund des neuen Ansatzes zur Gleichberechtigung, der mit dem 'Vertrag von Amsterdam' (1997) als offizielles EU-Ziel festgelegt wurde, steht Gender Mainstreaming von zahlreichen Feministinnen in der Kritik. Gender Mainstreaming sollte nur als ein weiteres Mittel zur Chancengleichheit und nicht als ultimatives Konzept verstanden werden, sodass die Besinnung auf eine neue Strategie nicht zur Kürzung von weiterhin notwendigen Frauenfördermitteln führen darf. Außerdem läuft das Konzept 'Gender Mainstreaming' ohne sachmäßige Schulung aufgrund seiner Komplexität Gefahr, falsch verstanden oder durchgesetzt zu werden. So könnten sich durch eine halbherzige Durchsetzung oder unsachgemäßen Analysen die bisherigen, veralteten Strukturen eher verfestigen als erneuern.

Prozess der Strukturänderung

Gender Mainstreaming versucht also nicht nur eine einseitige, radikal veranlagte Geschlechterpolitik durchzusetzen, sondern einen neutralen, langsamen Prozess zur Strukturänderung der Gesellschaft einzuleiten. Gleichstellung soll dabei nicht wie im üblichen Sinne durch eine Anpassung der Frau an eine männlich geprägte Gesellschaft erreicht werden, sondern durch eine grundlegende Änderung der Geschlechterrollen und eine Gleichsetzung der Ausgangsbedingungen für beide Geschlechter.

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